Die Geschichte der Adventbewegung

Bild oben: Offbarung 12,17
Als Jugendgruppe machten wir einmal einen Ausflug und besorgten uns dazu den Kleinbus unserer Vereinigung. Es war ein heißer Sommertag und der Fahrtwind blies uns um die Ohren. An einer Ampel zeigten auf der anderen Straßenseite Jugendliche auf uns und brachen in lautes Gelächter aus: »Hey seht mal, die feiern jetzt noch Weihnachten!« Auf dem Bus stand groß und breit die Aufschrift »Adventjugend«.

Viele Menschen denken zuerst an Weihnachten, wenn sie »Advent« hören. »Adventgeschichte« hat aber nichts mit Weihnachtsgeschichten zu tun. Advent ist lateinisch und bedeutet Ankunft. Zu Weihnachten erinnern sich Menschen an die erste Ankunft des verheißenen Messias: Jesus Christus. Die Bibel enthält im Alten Testament über 300 Weissagungen, die über die Geburt, das Leben, Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu sprechen. Auch das zweite Kommen, die Wiederkunft, wird angedeutet (vgl. Jes 24-27; 53; Da 7-9; Ps 22). Im Neuen Testament wird gezeigt, dass Jesus alle alttestamentlichen messianischen Prophezeiungen erfüllt hat. Er ist die zuverlässige Erfüllung aller Verheißungen Gottes, deshalb wird er Christus bzw. hebräisch Messias, d.h. Gesalbter, genannt. Offen ist jetzt nur noch die Verheißung seiner Wiederkunft, mit allem, was davor und danach kommen soll.

Die Geschichte der Adventbewegung ist die Geschichte der Menschen, die auf die Ankunft (Advent) des Messias hoffnungsvoll gewartet haben. Sie beginnt bei der Erschaffung der ersten Menschen, gefolgt vom Sündenfall und der Verheißung eines Erlösers (1Mo 3,15). Sie geht bis ins Neue Testament, wo sich die erste Ankunft des Messias in Bethlehem erfüllt. Jesus, der Sohn Gottes, lebte unter den Menschen, er starb für sie und wurde von den Toten auferweckt. Er versprach seinen Nachfolgern, dass er wiederkommen wird, um sie zu sich zu holen (Joh 14,1-3). Seither warten die Nachfolger Jesu auf die Erfüllung dieser Verheißung, die inzwischen ca. 2000 Jahre alt ist.

Deshalb ist die Geschichte der Adventbewegung heute noch nicht zu Ende. Sie wird auch nach Abschluss des biblischen Kanons weitergeschrieben. Wir blicken zurück und sehen nach der Zeit des finsteren Mittelalters eine Reformation unter Martin Luther und anderen mutigen Reformatoren. Zu dieser Zeit haben Menschen die ewig gültigen Wahrheiten Vers für Vers wiederentdeckt, ans Licht gebracht und aller Welt verkündigt.

In Offenbarung 12,17 wird die Gemeinde Gottes symbolisch als »Frau« am Anfang des 19. Jh. beschrieben. Der »Drache« (Satan) versucht die Nachkommen der Frau, »die Übrigen von ihrem Samen«, zu verfolgen, aber Gott weiß sie zu bewahren. Die Kennzeichen der »Übrigen« sind das Halten der Gebote Gottes und das Zeugnis Jesu. Die Geschichte der Adventbewegung betrachtet die Entstehung und die Weiterentwicklung dieser Gemeinde Gottes, der Gemeinde Endzeit.

Warum ist es wichtig, die Geschichte der Adventbewegung zu studieren? Das Volk Israel sollte seine Geschichte niemals vergessen (siehe Psalm 78)! Ellen G. White, die Mitbegründerin der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, formulierte es so:

»Immer wieder ist mir gezeigt worden, dass die vergangenen Erfahrungen des Volkes Gottes nicht als leblose Fakten betrachtet werden sollten. Die Aufzeichnungen dieser Erfahrungen sollten wir nicht wie einen veraltetes Lexikon behandeln [unwichtig, veraltet, zum Wegwerfen]. Vielmehr sollten wir sie im Gedächtnis behalten, denn die Geschichte wird sich wiederholen.« (Ellen G. White an den GK-Präsidenten A. G. Daniells, 1. Nov. 1903 – Letter 238, 1903, MS 5:455)

»Wenn ich unsere Vergangenheit betrachte und dabei mir jeden Schritt ansehe, der zu unserem heutigen Fortschritt beigetragen hat, dann kann ich nur sagen: Lobt Gott! Wenn ich sehe, was der Herr hervorgebracht hat, dann erfüllt es mich mit Staunen und mit Sicherheit in Christus als Führer. Für die Zukunft haben wir nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen den Weg, den der Herr uns geführt und was er uns in der Vergangenheit gelehrt hat.« (Ellen White, Life Sketches, 1915, 196)

Damit wir nicht vergessen, müssen wir uns damit beschäftigen und uns öfters daran erinnern, denn die Geschichte wird sich wiederholen! Glücklich darf der Mensch sein, der fähig ist, aus der Vergangenheit (so wie aus seinen eigenen Erfahrungen) zu lernen.

Jeder, der auf die Wiederkunft von Jesus Christus hoffnungsvoll wartet, ist heute ein Teil der Adventgeschichte und prägt diese entscheidend mit. Ich wünsche dir beim Studium der Geschichte der Adventbewegung Gottes reichen Segen!!

Thomas Eißner, EGWadmin

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