Henry Nichols White (1847-1863)

Heute ist der 8. Dezember: In Österreich gedenkt man der Empfängnis von Maria – ein röm.-kath. Feiertag. Im Leben von Ellen und James White denken wir an den Verlust ihres ältesten Sohnes Henry Nichols White. Henry starb heute vor 153 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Er wurde nur 16 Jahre alt.

Henry kam am Donnerstag, den 26. August 1847, zur Welt. Seine Eltern (Ellen war noch 19 und James 26) waren seit ca. einem Jahr verheiratet und hatten noch keine eigenen 4 Wände. Familie Howland lud die junge Familie in ihr Haus in Topsham, Maine, ein und bereitete ihnen eine Überraschung: ihre erste eigene Wohnung, eingerichtet mit einfachen Dingen, meist Spenden von Freunden und Nachbarn, sogar mit einer Wiege für Henry! Familie Howland kümmerte sich um Henry, während James und Ellen im Werk Gottes arbeiteten. Als Henry 5 war (1852), zog seine Familie nach Rochester, New York. Drei Jahre später (im Nov. 1855) kamen sie nach Battle Creek, Michigan.
Als Henry 13 war, brach der amerikanische Bürgerkrieg aus (1861-1865). Als in der Nähe von Battle Creek ein Militärübungslager eingerichtet wurde, verbrachte Henry dort viel Zeit. James und Ellen sahen eines Tages, wie Henry mit einer selbstgebastelten Trommel durch das Wohnzimmer marschierte – gefolgt von seinen jüngeren Brüdern. Um ihre Kinder auf andere Gedanken zu bringen, entschieden sich die Eltern im Herbst 1863 ihre Jungs zur Familie Howland nach Topsham, Maine, zu schicken. Hier zog sich Henry eine schwere Erkältung zu, die sich zu einer Lungenentzündung entwickelte (2Bio, 70ff). Er starb am Dienstag, den 8. Dezember 1863. Henrys letzter Wunsch war, dass er neben seinem jüngsten Bruder John in Battle Creek beerdigt werden möchte, damit sie gemeinsam am Auferstehungsmorgen ihre Eltern wiedersehen.

Ellen White schrieb in ihr Tagebuch: »Als unser herrlicher Sänger ins Grab musste und wir seine schönen Lieder nicht mehr hörten, war unser Heim einsam. Aber Gott tröstete uns in unserer Traurigkeit, und wir gingen in Mut und Glauben weiter in der herrlichen Hoffnung, unsere Kinder, die uns durch den Tod genommen worden waren, in der Welt wiederzusehen, wo es weder Krankheit noch Tod geben wird.« (1T, 103; LS, 165)

Wie sind James und Ellen auf den Namen Henry Nichols gekommen? James und Ellen waren gut befreundet mit Otis Nichols (1789-1876) aus Dorchester, Massachusetts. Nichols glaubte, dass Ellen wirklich Visionen von Gott bekam. Er hatte Ellen und ihre Schwester Sarah 1845 zu sich eingeladen, um den Kritikern in seiner Nähe die Möglichkeit zu geben, Ellen persönlich kennenzulernen. Ellen hatte die Einladung angenommen und Gott hatte ihre Gebete erhört: Er schenkte Ellen in der Gegenwart ihrer Kritiker eine Vision – ihre längste Vision (ca. 4 Stunden). Es ist die Vision, wo sie eine schwere Bibel sehr lange mit ausgestrecktem Arm hochhält und daraus Bibeltexte zitiert, während sie mit dem Finger auf die Texte zeigt.

Ein Jahr später hatte Ellen die Planetenvision, wodurch Joseph Bates (Mitbegründer der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten) seine Zweifel aufgab und Ellen als Botin Gottes unterstützte. Während dieser Vision wurde Ellen noch etwas gezeigt. Sie berichtet: „Mir wurde gezeigt, dass ich nach unserer Rückkehr nach Gorham viel erleiden muss und dass unser Glaube geprüft werden wird.“ (LS, 239; EGW-Bio I, 115). Dies war auch der Fall. Ellen wurde in Gorham, im Haus ihrer Eltern, so schwer krank, dass sie im Sterben lag. Weder Ärzte noch Medizin konnten ihr helfen. Sie beteten für sie, aber es gab keine Besserung. Ellen bat ihren Mann und ihre Eltern, sie sollen nicht weiter für sie beten, denn dies würde sie nur davon abhalten zu sterben.

Otis Nichols hörte davon, wie schlecht es Ellen ging und sandte seinen Sohn Henry Nichols mit Geschenken nach Gorham. Als Henry kam, schloss er sich der Gebetsgemeinschaft an. Nach einer Weile jedoch stand er auf, ging zu Ellen, legte seine Hand auf ihren Kopf und sagte: „Schwester Ellen, Jesus Christus macht dich gesund!“ Nachdem er das gesagt hatte, fiel er plötzlich zu Boden. Die anderen unterbrachen ihr Gebet, um zu sehen, was passiert war. Da sahen sie Ellen, geheilt, ohne Schmerzen, ruhig schlafend – das erste Mal seit 3 Wochen! Als sie Henry fragten, wie es ihm gehe, berichtete er von der Macht Satans, die ihn zu Boden geworfen habe. Doch jetzt war Ellen geheilt und Jesus ist der Sieger. In Erinnerung an dieses Heilungswunder nannten Ellen und James ihren ersten Sohn Henry Nichols.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.