Interpretationsregeln für inspirierte Schriften

Bild oben: 2.Petrus 1,20-21
Interpretationsregeln für inspirierte Schriften (41 KB)

Unter Hermeneutik versteht man allgemein die Kunst der Auslegung und Deutung von Texten. Warum eine saubere Hermeneutik bei inspirierten Texten notwendig ist, veranschaulicht folgendes Beispiel:

Auf der Suche nach Gottes Willen öffnet jemand seine Bibel und findet zufällig die Aussage „und er ging hin und erhängte sich“ (Mt 27,5). Auf die Frage, ob das Gottes Wille ist, schlägt er erneut auf und liest „so geh du hin und handle ebenso“ (Lk 10,37). Doch um ganz sicher zu gehen, öffnet er ein drittes Mal und liest „was du tun willst, das tue bald“ (Joh 13,27).

Damit dir das nicht passiert, beachte folgende Punkte:

(1) Gebet: Beginne mit Gebet und bleibe während des Lesens mit Gott im Gespräch. Bitte um die Führung Gottes durch seinen Heiligen Geist. Sei offen und willig, der Wahrheit zu folgen, Gott zu gehorchen und deinen Lebensstil zu ändern.
(2) Themenstudium: Bevor du deine letzte Schlussfolgerung ziehst, trage erst alles zusammentragen, was der Prophet zum Thema gesagt hat. Hüte dich vor extremen Interpretationen bzw. Positionen. Gebrauche deinen gesunden Menschenverstand (vgl. CH 153; 438; CT 257).
(3) Text-Zusammenhang: Beachte und studiere die Aussagen immer im Zusammenhang, um Missverständnisse zu vermeiden. Hier kann eine Teilüberschrift hilfreich sein. Manchmal ist es auch sinnvoll das ganze Kapitel zu lesen.
(4) Geschichte: Beachte und beschäftige dich mit dem historischen Zusammenhang, die Zeit und Umstände, den Adressaten für den Brief, das Verständnis gewisser Begriffe, etc. Dazu gibt es viele hilfreiche Bücher. Du kannst auch erfahrene Personen kontaktieren, sie um Rat fragen bzw. mit ihnen zusammenarbeiten.
(5) Prinzipien: Versuche das allgemein gültige Prinzip herauszufinden. Das ist die Regel, die immer Gültigkeit hat – für alle Menschen.
(6) Gedankeninspiration: Inspirierte Schriften sind kein Diktat von Gott, sondern vom Heiligen Geist »getrieben« haben Propheten geredet und aufgeschrieben (2Pt 1,21). Wenn man an einzelnen Worten festhält, dann kann unter Umständen der Zusammenhang und das Prinzip verloren gehen (vgl. 1SM 38.39). Wir können der Bibel sowie den Bücher und Zeugnissen von Ellen White vorbehaltlos vertrauen.
(7) Gesunder Menschenverstand: Gott hat uns einen Verstand gegeben und wir dürfen ihn auch gebrauchen. Ellen White rät: »Wir sollten uns von wahrer Theologie und gesundem Menschenverstand führen lassen.« (CT 257)

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