Prophetentest

War Ellen White eine echte Prophetin?

Hier wenden wir die Kennzeichen echter Propheten auf Ellen White an:

(1) Frucht: Charakter und Werk

Heute haben wir über 100 Jahre nach dem Tod von Ellen White die Möglichkeit, die Frucht ihres Charakters sowie ihrer Arbeit für die Gemeinde anhand von Primärquellen zu studieren.

Als Ellen White kurz nach ihrem 17. Geburtstag Anfang Dez 1844 durch eine Vision ihre Berufung empfing, hatte sie Angst, dieser Aufgabe nachzugehen. Sie fürchtete sich davor, hochmütig und stolz zu werden. Vielmehr wollte sie Jesus ähnlicher werden, demütig und bescheiden leben. Ihr Werk innerhalb der Siebenten-Tags-Adventisten trug eindeutig zur Einheit und zum weltweiten Wachstum bei. Viele Augenzeugen berichten über ihren Charakter (siehe Jemison, 268). Sie war bekannt als fröhliche und hilfsbereite, selbstlose und leicht extrovertierte Frau. Sie konnte gut und vernünftig mit Geld umgehen, war eine freundliche Gastgeberin, hervorragende Sprecherin, tüchtige Hausfrau und hatte Humor. Ebenso war sie immer Vergebungsbereit.

Noch zu ihren Lebzeiten durfte Ellen White die Frucht ihrer Arbeit erleben, z.B. die Ausbreitung des Verlagswerkes, den Aufbau des Gesundheitswerkes mit Errichtung von Sanatorien, die Gründung von Schulen und Universitäten, sowie das Wachstum und die Organisation der weltweiten Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten.

Im Jahr 1915 gab es weltweit 136.879 Siebenten-Tags-Adventisten in 3.876 Gemeinden mit 5.226 Arbeitern (d.h. Prediger, Missionare, Buchevangelisten). Siehe 53. Annual Statistical Report, General Conference of SDA: Takoma Park, Washington, D.C., 1915, 10.

(2) Jesus Christus im Zentrum

Ellen White verwies in ihren Schriften immer auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens. Jesus war ihr bester Freund. Siehe dazu die bekannten Bücher von Ellen White: Das Leben Jesu, In den Fußspuren des Großen Arztes, Gedanken vom Berg der Seligpreisungen (Der bessere Weg), Christi Gleichnisse (Bilder vom Reiche Gottes), Schritte zu Jesus (Der Weg zu Christus, Das Bessere Leben), u.a.

(3) Übereinstimmung mit der Bibel

Ellen White verwies immer auf die Bibel als Richtschnur für Glauben und Leben. In ihrer längsten Vision in Randolf (etwa 4 Stunden) hielt sie die ca. 9 kg schwere Familienbibel über ihren Kopf, verwies darauf als »inspiriertes Wort Gottes« und ermutigte die Anwesenden, darin zu lesen und danach zu leben (1Bio 103f). So hat Ellen White zeit ihres Lebens die Bibel im wahrsten Sinne des Wortes hochgehalten und erhoben. Die Bibel ist das »inspirierte Wort« und wer die Bibel kritisiert, der tut das Werk Satans (1SM 17). Die Bibel ist die Stimme Gottes (8T 162). Sie ist das große Lehrbuch für die Schüler an unseren Schulen (8T 157).

Bei ihrem letzten Besuch auf einer Generalkonferenz ging sie nach ihrer Ansprache nochmals ans Pult und sagte, indem sie eine Bibel hochhielt: »Brüder und Schwestern, ich empfehle euch dieses Buch!« Da Gott seinen Propheten auch weiteres bzw. »neues Licht« offenbaren kann, finden wir in den Schriften von Ellen White Details, die in der Bibel nicht zu finden sind. Aber diese Details widersprechen nicht der Bibel oder den darin enthaltenen Prinzipien.

(4) Vorhersagen eingetroffen?

Im Jahr 1848 hörten John D. Fox und seine Frau eigenartige Klopfgeräusche in ihrem Haus in Hysedville, New York, vor allem im Zimmer ihrer Töchter Margaret und Katie. Tische und Stühle bewegten sich. Das Bettzeug wurde von unsichtbaren Händen weggezogen. Die Mädchen konnten sich durch Klopfzeichen mit der unsichtbaren Kraft verständigen. Dies war die Geburtsstunde des modernen Spiritismus, der sich auf der ganzen Erde ausbreitete. Ellen White wurde am 24. Mrz 1849 in einer Vision gezeigt, dass dies das Wirken Satans ist, das immer mehr zunehmen wird (1Bio 159-161).

Zum amerikanischen Bürgerkrieg (Sezessionskrieg, 1861-1865):

Ellen Whites Vision widersprach der vorherrschenden Meinung in mehrfacher Hinsicht: (1) sie erklärte ohne Umschweife, dass der Krieg kommen wird, (2) dass eine große Anzahl von Staaten sich abspalten werden (am Ende waren es 11), (3) dass große Armeen einander in wilden Gefechten gegenüberstehen werden, (4) dass das Blutbad unglaubliche Ausmaße erreichen wird, und (5) dass der Krieg großes Leid mit sich bringen, Männer in Gefängnissen verschmachten lassen und Familien die Ehemänner, Söhne und Brüder rauben wird. Als die Vision zu Ende war, ließ Ellen White ihren Blick traurig über die Gesichter der Anwesenden gleiten und sagte dann: „Es sind einige hier im Haus, die ihre Söhne in diesem Krieg verlieren werden.“ (Roger W. Coon, Eine Gabe, die Licht bringt, Bogenhofen, 2009, 43-44)

Zur weltweiten Vereinigung der Christen:

Wir stehen an der Schwelle großer und ernster Ereignisse. Prophezeiungen erfüllen sich. Fremdartige und ereignisreiche Geschehnisse werden in den Büchern des Himmels verzeichnet — Ereignisse, von denen es heißt, dass sie kurz vor dem großen Tag Gottes stattfinden sollen. [1SM 221]

Der Protestantismus wird der katholischen Kirche die Hand der Bruderschaft reichen. Dann wird es ein Gesetz gegen den bei der Schöpfung eingesetzten Ruhetag geben. Dann wird Gott ein ihm „fremdes Werk“ auf Erden tun. [7BC 910] (Vgl. dazu Ellen White in The Great Controvercy, 565.588.)

Bei diesem Kriterium gilt zu beachten, dass es auch bedingte Prophetie gibt, wie z.B. beim Propheten Jona. Eine Liste mit über 80 Visionen von Ellen White ist hier.

(5) Sünde wird beim Namen genannt

Nennt Ellen White klar beim Namen, was Sünde ist und ruft sie das Volk Gottes zur Buße und zum Gehorsam auf? Wer die Zeugnisse liest, kann es selber prüfen. Dazu gibt es viele spannende Geschichten, siehe die Bücher von Coon, Douglass, u.a.

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